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Zauberwort Komposition

Der perfekte Aufbau für ausdrucksstarke Fotos

Dynamisch oder statisch, egal was und wie du etwas fotografierst, du bestimmst, wohin das Auge des Betrachters geführt wird. Um ein ansprechendes Bild zu kreieren und den Blick auf die wesentlichen Details zu lenken, solltest du auf jeden Fall ein paar Grundregeln der (Bild-) Komposition kennen und anwenden. Natürlich steht es dir frei, zu experimentieren und so manche Regel auch bewusst zu brechen.

Der Goldene Schnitt

Der Goldene Schnitt gilt gemeinhin als ideales Prinzip der ästhetischen Proportionierung. Bezeichnet wird mit diesem so mysteriös klingenden Begriff ein bestimmtes Teilungsverhältnis einer Strecke: Das Verhältnis des Ganzen zu seinem größeren Teil entspricht dabei dem Verhältnis des größeren zum kleineren Teil. Im 19. Jahrhundert wurde der Goldene Schnitt zum festen Bestandteil der ästhetischen Theorie, angewendet wurde er vermutlich jedoch schon viel früher: Auch Kunstwerke von der Antike bis zur Renaissance weisen den Goldenen Schnitt auf.

Caption: Aus der Mathematik bekannt: Die Spirale des goldenen Schnitts beeinflusst unser Schönheitsempfinden.

Aus der Mathematik bekannt: Die Spirale des goldenen Schnitts beeinflusst unser Schönheitsempfinden.

Selbst die Natur folgt diesem ästhetischen Prinzip. Die harmonische Anordnung von Blättern und Blüten vieler Pflanzen ist das beste Beispiel für die durch den Goldenen Schnitt festgelegten Verhältnisse. Selbstverständlich wird der Goldene Schnitt auch in der Fotografie angewendet, um möglichst harmonische und aussagekräftige Bilder zu gestalten. Der Einfachheit halber hält man sich beim Fotografieren an die von den komplizierten Proportionsregeln abgeleitete Drittel-Regel.

Die Drittel-Regel

Die Drittel-Regel, oft auch Zwei-Drittel-Regel genannt, lehnt sich also an die Proportionslehre des Goldenen Schnitts an. Beim Fotografieren unterteilst du das Bild gedanklich in neun gleiche Teile, indem du zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien ziehst. Manche Kameras und Smartphone-Kameras unterstützen dich dabei und zeigen ein Raster an, was gerade für Einsteiger eine tolle Hilfestellung ist. Durch die Linienführung ergeben sich vier Schnittpunkte. Dein Hauptmotiv solltest du an einen dieser Punkte oder alternativ an eine der Linien anlegen. Der Horizont in deinem Foto sollte ebenfalls an einer der waagerechten Linien ausgerichtet sein. Gerade Anfänger sind versucht, ihr Hauptmotiv mittig zu platzieren, doch so verhinderst du, dass dein Bild harmonisch und interessant wirkt. Halte dich lieber an die Drittel-Regel, so wirst du insgesamt dynamischere und ausgewogenere Fotos schießen.

Die Diagonalmethode

Alternativ zur Drittel-Regel kannst du auch mit der Diagonalmethode arbeiten, um eine ausgeglichene Komposition zu erreichen. Entdeckt und durchgesetzt wurde diese Methode vom niederländischen Fotografen Edwin Westhoff. Er fand heraus, dass wichtige Blickpunkte auf den Diagonallinien eines Quadrats liegen. Fotos werden jedoch selten im Format 1:1 aufgenommen. Es handelt sich also nicht um Quadrate, sondern um Rechtecke, die zumeist die Maße 4:3 oder 3:2 aufweisen. Dennoch kannst du beim Fotografieren deine zentralen Motive an den Winkelhalbierenden der Ecken, also an den Diagonalen ausrichten, um eine ausgeglichene Komposition zu bewirken.

Ein diagonaler Bildaufbau bringt Abwechslung und Dynamik in deine Fotos.

Ein diagonaler Bildaufbau bringt Abwechslung und Dynamik in deine Fotos.

Diagonale Kompositionen schaffen Spannung und können Bewegung ins Foto bringen. Während horizontale und vertikale (gedachte) Linien Stabilität und Ruhe vermitteln, sorgen Diagonalen für Dynamik.

Dreiecke

Dasselbe gilt übrigens für Dreiecke, egal ob es sich dabei um gedachte Dreiecke oder um dreieckige Objekte handelt, die du ablichten möchtest. Vor allem Diagonalen und die Seiten eines Dreiecks, die in verschiedene Richtungen weisen, können deinem Foto zu deutlich mehr Tiefe verhelfen und eine Bewegung implizieren. Straßenbahnschienen, ein Weg, ein Fluss: Diagonal platziert vermitteln sie dem Betrachter das Gefühl, dass er diesen Weg tatsächlich geht und dass Letzterer über das Bild hinaus weist.

Ein Dreieck kommt zustande, wenn sich zum Beispiel eine Straße aufgrund der Perspektive zum Horizont hin so stark verjüngt, dass sie in einem Punkt endet, während sie im Vordergrund breit ist. Auch wenn du beispielsweise drei oder mehr Personen fotografierst, kannst du mit gedachten Dreiecken arbeiten. Kennst du noch alte Familienfotos von deiner Oma oder gar Uroma? Auf diesen Porträts standen die Menschen nie nebeneinander, sondern wurden vom Fotografen in einer Gruppe arrangiert und bildeten ein Dreieck!

Symmetrie

Der Goldene Schnitt, die Drittel-Regel und die Diagonalmethode verbieten eine zentrale Komposition. Denn das Auge möchte sich bewegen, und das wird durch eine mittige Bildgestaltung oft verhindert. Es gibt jedoch auch Motive, die wundervoll zur Geltung kommen, wenn du sie mittig platzierst und ablichtest. Architektur- und Landschaftsaufnahmen können von der zentralen Komposition durchaus profitieren, vor allem dann, wenn es sich um symmetrische Motive handelt. Brücken und Alleen beispielsweise sind oft spiegelsymmetrisch. Auch in der Natur findet sich Symmetrie sehr häufig: Die meisten Lebewesen und auch einige Pflanzen sind symmetrisch.

Symmetrische Aufnahmen z.B. aus der Architektur, profitieren von einem zentralen Bildaufbau.

Symmetrische Aufnahmen z.B. aus der Architektur, profitieren von einem zentralen Bildaufbau.

Das menschliche Auge erkennt perfekte Symmetrie sofort, und wir empfinden Symmetrie grundsätzlich als schön. Deshalb solltest du probieren, symmetrische Objekte auch symmetrisch zu fotografieren: Bei einer Straße oder einem Raum stellst du dich genau in die Mitte und richtest dich nach der Zentralachse. Du kannst auch weitere Fotos aus einer anderen Perspektive und mit anderen kompositorischen Mitteln machen und sie im Nachhinein vergleichen: Welche Fotos gefallen dir besser, die symmetrischen oder diejenigen, die von der Symmetrie abweichen?

Ungerade Zahlen

Eine ungerade Anzahl an Objekten kann dein Foto weitaus harmonischer und darüber hinaus interessanter erscheinen lassen. Eine gerade Anzahl an Objekten verwirrt den Betrachter manchmal, weil er nicht weiß, auf welchen Gegenstand er sich konzentrieren soll. Das menschliche Auge wandert über das Bild, möchte sich jedoch in der Mitte ausruhen. Hast du aber zwei, vier oder sechs Objekte auf dem Bild, ist die Mitte - je nach Anordnung - leer! Arrangiere also nach Möglichkeit eine ungerade Anzahl an Objekten, bevor du anfängst zu fotografieren, oder versuche fünf statt nur vier Segelbote auf dem Meer einzufangen, um ein harmonisches Foto zu kreieren.

Bearbeitung

Nach der Fotosafari sortierst du deine Fotos und bist enttäuscht, weil dir bei keinem eine ideale Komposition gelungen ist? Oder du hast ein besonders tolles Motiv, das jedoch durch unschöne Details in den Hintergrund gedrängt wird? Keine Sorge: Mit dem Beschnitt kannst du noch ganz schön viel herausholen! Wenn du dein Foto in Photoshop oder mithilfe eines anderen Bildbearbeitungsprogramms überarbeitest, kannst du noch einmal überlegen, welche Kompositionsvariante sich für dein Motiv am besten eignet. Du kannst dir sogar ein Raster anzeigen lassen, um genau auszutarieren, wie du das Foto zuschneiden musst, damit das Motiv am besten zur Geltung kommt!

Ist dir ein schönes Foto gelungen? Das eigene Bild wirkt z.B. als Fotoleinwand besonders dekorativ. Perfekt also für dein Wohnzimmer oder den Schlafbereich.

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