Fotografie entdecken

11 typische Anfängerfehler, die du leicht vermeiden kannst

Du hast das Fotografieren als neues Hobby für dich entdeckt, doch beim Sortieren deiner Fotos fällt dir auf, dass aus vielen nichts geworden ist? Das kann daran liegen, dass du typische Anfängerfehler machst. Das ist kein Grund zur Sorge, denn du kannst diese Fehler leicht vermeiden. Wir zeigen dir, worauf du achten musst, um wirklich tolle Fotos zu machen.

1. Sich allein auf die Kamera verlassen

Du hast dir eine brandneue Spiegelreflex- oder Systemkamera besorgt und freust dich schon auf die tollen Fotos, die du machen wirst. Nach deiner ersten Foto-Safari stellst du aber fest, dass die Bilder auch nicht besser sind als die, die du mit deiner alten Kamera geschossen hast. Auch die beste Kamera möchte bedient werden. Setz dich also mit Themen wie Blendenöffnung, Brennweite und Lichtempfindlichkeit auseinander. Beschäftige dich mit Komposition und Aufbau, und lerne auch, mit dem Blitz umzugehen. Das Ausprobieren macht Spaß!

2. Immer den Mittelweg gehen

Einer der gängigsten Fehler ist es, den Horizont mittig auf dem Foto zu platzieren und das Bild so zu halbieren. Wenn wir uns solche Bilder ansehen, wissen wir nicht, welche Hälfte wir nun wirklich betrachten sollen und wo sich das Hauptmotiv befindet. Landschaftsaufnahmen beispielsweise solltest du anhand der Drittel-Regel komponieren und den Horizont auf eine der Drittel-Linien platzieren. So zeigst du dem Betrachter, auf was er seinen Blick lenken soll.

Auch wenn beide Bildhälften schön sind – fotografiere den Horizont nicht mittig

Auch wenn beide Bildhälften schön sind – fotografiere den Horizont nicht mittig

3. Das Hauptmotiv nicht in den Fokus rücken

Ebenfalls ein häufiger Fehler: Das Hauptmotiv ist nicht im Fokus. Bei der Komposition geht es darum, etwas Interessantes für das Auge zu schaffen, ohne jedoch zu viel Unruhe im Bild herrschen zu lassen. Ein Hauptmotiv reicht im Allgemeinen. Befindet sich dein Motiv im Hintergrund, achte darauf, dass im Vordergrund nichts vom zentralen Blickpunkt ablenkt. Du kannst näher herantreten, zoomen, oder aber das Foto später bei der Bildbearbeitung zuschneiden, um das Hauptmotiv ins rechte Licht zu rücken.

4. Unscharfe Fotos machen

Absichtliche Unschärfe kann einem Foto viel nostalgischen Charme verleihen. Ob das Foto allerdings unscharf wird oder nicht, solltest du selbst entscheiden und es nicht dem Zufall überlassen. Auch hier ist der Fokus entscheidend: Möchtest du zum Beispiel ein Porträt machen, sollte die Augenpartie scharf sein - auf sie richtest du also den Fokus. Schärfe erzielst du zum Beispiel auch, indem du die Verschlusszeit minimierst und sie im Verhältnis zur Brennweite höher einstellst. Eine höhere Lichtempfindlichkeit kann für gestochen scharfe Fotos ebenfalls zuträglich sein, durchaus auch tagsüber, wenn es stark bewölkt ist. Und wenn du ganz auf Nummer sicher gehen willst, nutzt du ein Stativ.

In der Praxis gar nicht immer so einfach – ein vollkommen scharfes Foto

In der Praxis gar nicht immer so einfach – ein vollkommen scharfes Foto

5. Den Hintergrund übersehen

Vor allem bei Porträtaufnahmen ist es wichtig, auf den Hintergrund zu achten. Anfänger konzentrieren sich manchmal zu stark auf das Hauptmotiv und vergessen, dass dieses in eine Umgebung eingebettet ist. So wachsen den Porträtierten manchmal Äste aus dem Kopf oder der Kopf wird durch einen Laternenmast fortgesetzt. Achte also auf den Hintergrund und pass gegebenenfalls deine Perspektive an. Lauf um dein Model herum und finde den besten Ausgangspunkt, um ein harmonisches Porträt zu fotografieren.

6. Nie die Perspektive wechseln

Anfänger neigen dazu, alles aus derselben Perspektive zu fotografieren. Sie sehen ein interessantes Motiv, stellen sich mittig auf und drücken auf den Auslöser. Versuch lieber, einen Schritt nach links oder rechts zu machen. Bei Landschaften oder Architekturfotos kannst du dich auch auf Details konzentrieren, statt das Gesamtbild einzufangen – Fotos vom Kölner Dom gibt es schließlich zuhauf. Wenn du Kinder fotografierst, ist es eine gute Idee, in die Hocke zu gehen, um so eine natürlichere Perspektive zu erzielen. Trau dich und leg dich auch mal auf den Boden, um eine Froschperspektive einzunehmen.

Die Welt mit anderen Augen sehen – leg dich für ein Foto zum Beispiel auf den Boden

Die Welt mit anderen Augen sehen – leg dich für ein Foto zum Beispiel auf den Boden

7. Ungeduldig sein

Wunderst du dich, warum viele deiner Fotos unscharf sind? Es liegt in vielen Fällen daran, dass du der Kamera nicht genug Zeit lässt, den Fokus zu finden. Gerade bei Schnappschüssen besteht diese Gefahr. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen kann es eine Weile dauern, bis der Fokus gefunden ist. Wenn du ein Automatikprogramm eingestellt hast, muss die Kamera auch die richtige Belichtungseinstellung berechnen. Egal, wie spontan du eine Aufnahme machen möchtest: Du musst ein wenig Geduld haben, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen.

8. Die Einstellungen außer Acht lassen

Falls du schon selbst mit den Einstellungen experimentierst und auf Automatik verzichtest, solltest du die Settings vor jeder neuen Aufnahme überprüfen, um zu gewährleisten, dass sie in der aktuellen Situation auch passen. Vor allem wenn du deine Kamera länger nicht genutzt hast, empfiehlt es sich, erst einmal nachzusehen. Prüf die Blende, die eingestellte Lichtempfindlichkeit und die Verschlusszeit. Du kannst nicht eine Nachtaufnahme und später eine Aufnahme bei Tageslicht mit denselben Einstellungen machen.

Vergiss nicht, bei veränderten Verhältnissen auch deine Einstellungen zu ändern

Vergiss nicht, bei veränderten Verhältnissen auch deine Einstellungen zu ändern

9. Eine niedrige Auflösung wählen

Eine niedrige Auflösung hat natürlich den Vorteil, dass du mehr Fotos auf deiner Speicherkarte unterbringen kannst. Trotzdem solltest du dich für eine höhere Auflösung entscheiden und die Fotos regelmäßig auf dem Computer, einer externen Festplatte oder Cloud speichern, um wieder Platz auf der Speicherkarte freizumachen. Bei einer niedrigen Auflösung leidet nämlich die Bildqualität. Du kannst keine großformatigen Bilder drucken, ohne dass sie pixelig werden. Außerdem verringert sich die Qualität weiter, wenn du deine Fotos im jpeg-Format abspeicherst. Wenn du die Fotos schließlich bearbeiten und möglicherweise einen Ausschnitt wählen möchtest, hast du dazu keine Möglichkeit, da das Foto immer noch pixeliger wird.

10. Aus großer Entfernung fotografieren

Jedes Foto, das du machst, hat ein Hauptmotiv, welches du einfangen möchtest. Wenn dieses Motiv zu klein ist, weil du nicht nah genug dran bist, kann es keine Wirkung entfalten. Nutz die richtige Linse, um näher heranzuzoomen, oder tritt näher an dein Motiv heran. Vielleicht bedeutet das in manchen Fällen einen kleinen Spaziergang, dieser wird sich aber auf jeden Fall lohnen. Notfalls kannst du das Motiv auch bei der Nachbearbeitung näher heranholen. In diesem Fall solltest du die Aufnahme aber mit der höchstmöglichen Auflösung tätigen, damit das Bild nicht an Qualität verliert.

Ein paar Schritte näher herangehen kann sich sehr lohnen

Ein paar Schritte näher herangehen kann sich sehr lohnen

11. Auf starke Kontraste setzen

Ein Foto mit zu starkem Kontrast zeichnet sich durch große Unterschiede zwischen den Highlights und den Schatten aus. Besonders bei Fotos, die an sehr hellen und sonnigen Tagen aufgenommen werden, tritt dieser Effekt auf. Dabei kann es sein, dass du Bilddetails verlierst. Um zu starke Kontraste zu vermeiden, kannst du mit deinem Blitz arbeiten, um die dunklen Bereiche aufzuhellen. Eine andere Möglichkeit ist, eine geringere Lichtempfindlichkeit zu wählen und das Foto leicht unterzubelichten. Mach mehrere Aufnahmen und experimentiere, um zu einem angemessenen Ergebnis zu kommen.

m Anschluss an deine nächste Fotoexkursion kannst du dir ein Lieblingsmotiv aussuchen und es bei uns zum Beispiel auf Leinwand drucken lassen!

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