Lost Places, die Faszination am Verlassenen

Ist dir auch leicht schaurig zumute beim Anblick von verlassenen, verwahrlosten und dunkel beleuchteten Gebäuden aus einer scheinbar anderen Zeit? In den Sozialen Medien finden Lost Places, also aufgelassene Industrieruinen, immer mehr Anhänger! Die Szene der Urban Explorer, oder kurz Urbexer, wie die Erkunder dieser Stätten auch genannt werden,wächst mit großer Begeisterung stetig an. Was hat es also auf sich mit dieser Faszination am Verlassenen, und dem Wunsch diese Orte und Gebäude zu fotografieren?

Fotografische Schatzsuche


zahnarztstuhl

Viele der Urbexer beschreiben ihre Faszination an Lost Places mit der Neugier am Unbekannten, mit dem Wunsch an diesen Plätzen Geschichte nachvollziehen zu können oder allein diese besondere Atmosphäre an solchen Orten erfahren zu wollen. Es ähnelt einer fotografischen Schatzsuche mit Nervenkitzel und Geisterstimmung. Denn so eine Exkursion, beispielsweise die Besichtigung einer verlassenen Heilstätte, die als Luftkurort für tuberkulosekranke Städter diente, kann einem schon hautnah das Gefühl eines gespenstischen Gruselfilmes vermitteln.


Es spielt auch dieses Gefühl der Schatzsuche eine große und treibende Rolle. Schließlich findet man Lost Places nicht im Telefonbuch, sondern man muss sich aufwendig auf die Suche danach machen, und seine Tour gut vorbereiten.


Und schließlich ist auch das Betreten von fremdem Eigentum ohne Genehmigung schlichtweg Hausfriedensbruch. Dies kann, je nach Veranlagung, noch eine extra Portion Nervenkitzel hinzufügen.

Suchen, finden... und Stillschweigen bewahren


Berlin

In der Szene der Urban Explorer gibt es Plätze, die weithin bekannt sind. So sind beispielsweise die Beelitzer Heilstätten bei Berlin, (s. Foto oben), zwischenzeitlich in aller Munde und Objektiv. So sehr, dass bereits verschiedene legale Führungen und Foto-Touren angeboten werden. Dies wird einen echten Urbexer kaum noch reizen. Jedoch haben diese Touren den Vorteil an besondere Plätze zu gelangen ohne sich zu gefährden. Und auch die urbanen Orte der Vergangenheit werden weniger gefährdet durch Vandalismus, Plünderung, Diebstahl und Zerstörung. Damit hat ein echter Urbexer eh nichts im Sinn. Denn es gilt hier der Ehrenkodex: "Nimm nichts mit außer Eindrücke, Erinnerungen und deine Bilder. Hinterlasse nichts außer Fußspuren“.


Doch das Auffinden von Lost Places ist zuweilen mühsam und man muss teils akribisch die Welt durchforsten. Oft fängt die Suche in der eigenen Umgebung an. Da frägt man seine Mitmenschen. Vor allem die Älteren sind dabei besonders hilfreich, denn in ihnen lebt die Erinnerung an solch besondere Plätze weiter. Dabei sind es nicht immer die sensationellen und großen Architekturen, die es dabei zu entdecken gibt. Auch ein aufgegebenes Schwimmbad oder so manche Villa kann reizvoll sein von dir mit der Kamera entdeckt zu werden:


alte villa

Hierbei sind die Utensilien wichtig, die uns erahnen lassen, wer dort gelebt hat und wie die Villa genutzt wurde. So entstehen diese inneren Bilder vom Leben dort in unseren fotografischen Bildern.


Hat man für sich ein Lost Place entdeckt und sorgsam abgelichtet kommt die Frage nach der Veröffentlichung von Bildern - und Fundort. Hier ist es ein wenig wie bei den Zaubertricks. Der Zauber wird publikumsgerecht aufgeführt, der Trick dahinter wird aber als Geheimnis gehütet. So ähnlich ist dies auch bei Urbexern. Zum einen will man sein Fundstück nicht dem Lost Placer-Tourismus anheimgeben. Zum anderen ist solch ein Ort aber auch als eine Information von Wert, die bei einem Informationsaustausch mit anderen Urbexern von Nutzen sein kann, um selbst an neue Adressen zu kommen.

Öffentliches Suchen nach Verborgenem und Privatem


Armenien

Wer vor hat die größeren und spektakulären Lost Places zu entdecken, der findet in den Sozialen Medien und im Internet auch für dieses Thema nützliche Hinweise. Für die Detektive unter den Urbexern kann eine Recherche aus der Vogelperspektive nützlich sein. Google Earth ist hier das geeignete Hilfsmittel. Beim Absuchen bestimmter Gebiete können einem aufgelassene Industriegebiete auffallen. Oder es begegnen einem einsame Gebäude, Villen, Kirchen, Bahnhöfe im Wald als ein Objekt der Begierde, wie etwa das oben gezeigte Gewächshaus in Armenien.


Etwas weniger mühsam sind hingegen digitale Atlanten, die es tatsächlich auch über Lost Places gibt. Wer jetzt nicht „gespoilert“ werden will überliest einfach die nächsten Zeilen. Alle anderen Interessierten können sich folgende Links mal genauer ansehen:

https://vergessene-orte.blogspot.com/

Auf dieser Seite findet ihr neben vielen Lost Place-Fotos und geschichtlichen Angaben zu den Gebäuden auch eine Karte mit mehr als 130 Locations:

https://vergessene-orte.blogspot.com/p/lostplace-atlas.html

Ansonsten ist das Netz voll von eher diffusen Hinweisen zu attraktiven, gruseligen, großartigen und gefährlichen Lost Places. Exakte Ortsangaben gibt es dabei kaum, aber manchmal findet man in den Fotos selbst Hinweise auf die Lagedes Objektes.


Etwas konkreter geht es in den Sozialen Medien zu. Hier existieren viele Foren oder Facebook-Gruppen zu den Themen Lost Places, Urbexing oder Urban Explorer. Je nach Vertrautheit und Engagement innerhalb der Gruppe sind detailliertere Angaben möglich.

Wo sich die Suche lohnt

Lost Places müssen nicht immer Ruinen aus der Industriegeschichte oder aufgelassene militärische Anlagen sein. Die Bezeichnung Lost Places gilt eigentlich für jeden Ort, der in seiner ursprünglichen Nutzung in Vergessenheit geraten ist. Manchmal liegt dabei der Reiz im Zusammenspiel von Fundort und Objekt. So ist beispielsweise ein ganz bestimmter Autofriedhof in Schweden ein Anziehungspunkt für Fans des technisch Verblichenen. Mitten im schönsten Småland, da wo sich IKEA, Elche und Touristen über den Weg laufen, liegt der Autofriedhof Kyrkö Mosse. Bis 2050 noch dürfen hier die verschiedensten Oldtimer liegen, dann läuft die Sondergenehmigung ab. In einem idyllischen Wald schmiegen sich die abgestellten Wracks aneinander und verwachsen seit vielen Jahren schon mit der Flora Schwedens. Dies schafft eine ganz eigenwillige Atmosphäre von beständiger Natur und verrosteter Technik:


Zwei leere Scheinwerfer

Eine andere Art von technischer Hinterlassenschaft, von der heute keiner mehr etwas wissen will, und die einfach dem Verrotten an der frischen Luft ausgesetzt sind, zeigt dieses Bild:


schiffe

Fischerboote und Kutter werden an der bretonischen Küste ein letztes Mal an Land geschleppt und ihrem Schicksal überlassen. Es ist ein Eldorado für Fotografen, die an nahezu jedem Schiffsbug und jeder verrosteten Ankerkette ihre Freue finden können. So sind die verlassenen technischen Gebilde aus der Vergangenheit heute ein Faszinosum für die Schatzsucher mit Kamera.


Auch der folgende Ort ist bekannt für seine gruselige und geheimnisvolle Anmutung, auch wenn es hierbei nur im weiteren Sinne um Technik geht, nämlich der Arbeit von Steinmetzen, deren Ergebnis die Grabsteine eines ganz bestimmten Friedhofs in Süddeutschland sind:


Stuttgart

Wie für eine gemeinsame Andacht scheinen die verschiedenen Grabsteine sich versammelt zu haben. Bei genauerem Hinsehen werden einem die engen Abstände und die unregelmäßige Anordnung auffallen. Es handelt sich hierbei um eine Sammelstelle historischer Grabsteine auf dem ehemaligen Hoppenlaufriedhof in Stuttgart, der anlässlich der Bundesgartenschau 1961 zu einer Parkanlage umgestaltet wurde. Ein Park mit morbidem Charme.

Lost Spaces durch den Sucher

Zahlreiche Fotobücher zeigen beeindruckende Fotografien aus dem Fundus der verlassenen Plätze und Gebäude. Die Bilder vor allem der Sozialen Medien haben dabei einen fotografischen Trend aufgegriffen und ausgelebt, nämlich das Fotografieren in HDR. Diese Abkürzung steht für High Dynamic Range Image, und bedeutet, dass drei Bilder zu einem Bild mit hohem Dynamikumfang digital verschmolzen werden. Dadurch können Über- und Unterbelichtungen vermieden und Bilddetailsbesser erhalten werden. Die bildhaften Auswirkungen fächern sich dabei auf von sehr natürlichen, kraftvollen Fotografien bis hin zu künstlerisch überhöhten und leicht grell kontrastierten Bildern, wie du es hier sehen kannst:


autofriedhof

Ob es immer so viel der Bildbeeinflussung schon bei der Aufnahme sein muss, kannst du am besten entscheiden, wenn du dein persönliches Lost Places-Motiv am besten mit zwei unterschiedlichen Aufnahmetechniken fotografierst und dich danach für deinen Favoriten entscheidest.

Denn die Schönheit liegt, wie immer, im Auge des Betrachters. Und wenn du besonders viele Freude beim Betrachten haben willst, dann gönne dir einen großformatigen Wanddruck auf Alu-Dibond, um entsprechend dem Aufwand bei der Fotografie eines Lost Places auch bei der Qualität der Bildpräsentation damit ganz vorne dabei zu sein.

Viel Freude wünschen wir dir bei deinen Entdeckungen im Land der Lost Spaces!

Autor: Christian Frank, www.christianfrank.photography

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