Mit natürlichem Licht zu schönen Fotos

Der Einfluss natürlichen Lichts auf deine Bilder

Ein ansprechendes Foto vereint einen visuellen Dreiklang in sich. Nämlich das Motiv, die Bildkomposition und das Licht. Letzteres kann künstlichen Ursprungs sein. Oder es kann natürlichen Ursprungs sein. Dann kommt es beispielsweise von Glühwürmchen oder dem Mond. Meist aber von der Sonne. Diese Lichtquellen können wir nutzen, um unsere Fotos atmosphärisch anzureichern, zu inszenieren, zu dramatisieren oder zu verzaubern. In diesem Artikel wollen wir euch zeigen, wie ihr natürliches Licht dementsprechend richtig einsetzt.

Verschiedene Arten des natürlichen Lichts...

Licht

ist mehr als bloße Helligkeit. Leo Tolstoi formulierte es so: „Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen.“Dieses Licht als Fotograf, als Lichtbildner, einzufangen, ist die anspruchsvollste Aufgabe — es wahrzunehmen die Voraussetzung dafür. Lasse die Kamera erstmal noch unten…

Betrachte die Szene, dein Motiv. Und nimm bewusst das Licht wahr. Und den Schatten. Prüfe die Richtung, aus der das Licht kommt und wohin die Schatten fallen. Beachte den Charakter des Lichts, ob er zu deiner fotografischen Absicht passt.
Denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Licht...

Gerichtetes Licht

Unter diesem Begriff subsumieren wir alle Lichterscheinungen, die eine deutliche Lichtrichtung erkennen lassen. Und damit auch das Nicht-Licht, nämlich den Schatten. Das gerichtete Licht ist unser Medium, wenn wir unserem Motiv eine deutliche Plastizität und formale Dramatik verleihen wollen. Je seitlicher dabei das gerichtete Licht steht, desto intensiver und länger wird der Schatten. Bei dem unten gezeigten französischen Gartenstuhl wird die Sitzfläche von einem steil einfallenden Sonnenlicht durch das Fenster eines Dachbodens beschienen. Es erzeugt das Farbenspiel auf der abgeblätterten Sitzfläche. Im Schatten offenbart das Foto die Lichtquelle und erzeugt im Schattenwurf noch einen Zwillingsbruder des eigentlichen Motivs.

Bei einem Porträt allerdings wäre solch ein stark seitlich einfallendes Licht eher schädlich. Die Nase würde eine Gesichtshälfte zu stark verschatten.

Diffuses Licht

Bei Gesichtern allgemein raten wir dir zu eher diffusem Licht. Gerade die Augenhöhlen bedürfen hier der besonderen Beachtung. Ein zu steil und von oben einfallendes Licht kann ein schönes Gesicht zum Waschbären machen, indem es die Augen ins Dunkle taucht. Die dezente Dreidimensionalität eines Gesichts braucht eine ebensolche Lichtführung.

Wenn das Porträt im prallen Sonnenschein auch noch so reizvoll erscheint, gehe lieber unter den Sonnenschirm oder das Vordach der in der Nähe gelegenen Bar. Dort hast du dann diffuses Licht für ein besser ausgeleuchtetes Bild. Und vielleicht gibt es ja auch gleich noch einen Aperol Spritz dazu.

Auch in der Landschaftsfotografie kann diffuses Licht ein sehr schönes Stilmittel sein. In dem hier gezeigten Foto aus der Bretagne schaffen gleich zwei Lichtarten die Atmosphäre des Bildes. Zum einen ist es das diffuse Licht auf die Boote im Vordergrund. Hier ist die Welt in Ordnung, die Boote liegen ruhig vor Anker und das Meer ist flach im Wellengang.

Im Hintergrund sieht dies ganz anders aus. Hier tobt eine Windhose an der Küste entlang. Die vom Wind vital geformte Bewegung der Wolken wird von einem steilen Streiflicht durchdrungen. Dies erzeugt Dynamik und Spannung und bildet einen Kontrast zum ruhigeren Vordergrund. Für eine durchgehende ästhetische Wirkung des Fotos habe ich nachträglich die Farben des Himmels und des Meeres farblich aneinander angepasst.

Farbiges Licht

Das Licht ist uns so selbstverständlich in unserer Wahrnehmung und unserem Gebrauch. Physikalisch ist es aber gar nicht so einfach zu fassen, diese Naturerscheinung, welche unsere Existenz ermöglicht. Je nachdem, welcher physikalische Versuch durchgeführt wird, um die Natur des Lichts zu ergründen, hat man es beim Licht mit einem Teilchen oder einer Welle zu tun. Und die einzelnen Lichtphänomene sind nicht minder komplex.

Das Blau des Himmels entsteht beispielsweise in unseren Köpfen, da das Sonnenlicht von der Erdatmosphäre gestreut wird. Dabei wird der blaue Teil des Lichts wesentlich stärker gestreut als die anderen Farben. Wäre dies nicht so, wäre der Himmel auch tagsüber so schwarz wie die Nacht. Die sog. Rayleigh-Streuung lässt uns also einen blauen Himmel erleben. Da wir dies mit Sonne, Wärme, Wachstum assoziieren, ist es ein positives Sinnbild und Stilmittel für uns geworden.

Das Licht setzt sich aus mehreren Farben zusammen, wie wir aus der Aufspaltung des Sonnenlichts durch ein Prisma wissen. Und diese Farbigkeit sieht unsere Kamera anders als unser Gehirn.

Bestrahlte Körper, die im Schatten sind, werden kühler beleuchtet. Körper, im direkten Sonnenlicht werden neutral beleuchtet. Unsere Wahrnehmung kann dies korrigieren, da unser Gehirn weiß, dass beispielsweise ein Gesicht immer den gleichen Hautton hat, egal ob es im Schatten oder der Sonne ist. Die Kamera weiß das nicht. Insofern wird auf dem Foto ein blasser Ton im Schattenbereich gesehen, in der Sonne hingegen ein warmer Farbton.

Hier kann der sogenannten Weißabgleich helfen. Dies ist eine Kameraeinstellung, mithilfe derer du der Kamera vermitteln kannst, in welchem Licht du fotografierst. Oder diese Korrektur findet nach dem Fotografieren per App oder PC-Bildbearbeitung statt. Zunehmend wird uns diese Einstellungsnotwendigkeit von der sog. KI, der künstlichen Intelligenz in unseren Kameras abgenommen werden, die unsere Motive und deren Licht analysieren können.

Von der Technik zurück zur Atmosphäre, und dies im wortwörtlichen Sinn. Bei tief stehender Sonne muss das Licht einen längeren Weg durch die Erdatmosphäre durchlaufen. Dabei wird mehr blaues Licht ins Weltall gestreut. Auf der Erde kommt dann weniger blaues Licht, sondern mehr rötliches Licht an. Dies beschert uns diese wunderbar romantischen Sonnenuntergänge! Auch hier empfiehlt sich der Weißabgleich. Obwohl — manchmal kann man gar nicht genug von diesen kitschig schönen Farben haben...

Die Zeit der warmen, rotgoldenen Farben nennt man die „Goldene Stunde“. Diese gibt es am Morgen und am Abend. Wer sich hier nicht auf den zufällig richtigen Zeitpunkt verlassen will, kann dies sich in einer speziellen App im Voraus anzeigen lassen. Beispielsweise können mit der App „Moments“ die Lichtverhältnisse und der Sonnenverlauf für fast jeden Ort der Welt für verschiedene Tage nachgelesen werden.

Auf die „Goldene Stunde“ folgt dann die „Blaue Stunde“, die allerdings nur ein paar Minuten lang sein kann. Es ist das Licht in der Dämmerung, kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nachdem diese hinter dem Horizont verschwunden ist. Bei klarem Himmel ist dann das Besondere an dieser Zeit, dass kein Sonnenlicht mehr zu sehen ist, aber besonders viel blaues Licht an der Atmosphäre gestreut wird. So können Bilder mit besonders tiefblauem Himmel entstehen.

Geflecktes Licht

Kommen wir zu einem Phänomen, bei dem, wenn wir durch die Kamera schauen, wir meist etwas weniger Schatten sehen, als es dann das fertige Foto zeigt. Ich meine damit die Lichter und Schatten, die von Bäumen oder anderen Sonnenhindernissen, geworfen werden. Meist korrigiert unser Hirn das Bild schon vor dem Drücken des Auslösers, nur die Kamera bildet ab, was vor ihr ist. Unansehnliche Schatten auf dem Gesicht sind das Ergebnis:

Doch wo Schatten ist, ist auch Struktur. Diesen Effekt kann man fotografisch nutzen, wie beispielsweise eine Jalousie ein Foto künstlerisch und ausdrucksstark inszenieren kann:

Unter geflecktem Licht wollen wir dir auch die allseits begehrten Lichtflecken schmackhaft machen, besser bekannt unter dem Namen „Bokeh“. Dieser Begriff stammt aus dem japanischen und bedeutet so viel wie „unscharf“ oder „verschwommen“. Wir wollen nun aber keine unscharfen Fotos erstellen. Vielmehr geht es beim Bokeh um eine besonders ästhetische Erscheinung von Lichtflecken, die in einer subjektiv empfundenen Schönheit den Fotohintergrund gestalten. Ein Bokeh wird stark vom Gegenlicht und von punktuellen Lichtreflexen bestimmt. Aber auch die Bauart des Objektives spielt hier eine Rolle. Es gibt sogar Porträtobjektive, deren Bauart der Blendenlamellen ein besonders schönes Bokeh herbei zaubern.

Auch in der Landschaftsfotografie spielt ein schönes Bokeh eine schmückende Rolle in der Bildgestaltung. Besonders bei weit geöffneter Blende kommt es zu diesen schönen Lichtkreisen:

Licht ohne Motiv oder Motiv ohne Licht, beides ist schwierig. Andreas Feininger meinte dazu: „Bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder unfotogenen Motiven ist es eine Kunst, NICHT auf den Auslöser zu drücken.“

Dir wünschen wir viele gelungene Drücker auf den Auslöser mit gutem natürlichem Licht und natürlich viel Freude beim Drucken und Präsentieren deiner Meisterwerke!

Autor: Christian Frank, www.christianfrank.photography

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