Pfützenfotografie – Die Kunst der Pfütze in der Fotografie

Heute wollen wir euch hier auf visuelle Weise zeigen was man so alles mit einer Pfütze anstellen kann. Damit wollen wir die Kunst der Pfütze näher beleuchten und euch die vielfältigen und kreativen Möglichkeiten der gemeinen Wasserpfütze und deren würdigen Platz in der Fotografie aufzeigen. Nachahmungen und Weiterführungen des Themas sind dabei ausdrücklich erwünscht!

Was ist denn nun unter einer Pfütze, auch Lache genannt, zu verstehen? Nun, frei nach Wikipedia ist es eine Ansammlung von Flüssigkeit, meist Wasser, an der Erdoberfläche, welche sich vorzugsweise nach Regen bildet und einige Tage später wieder versickert. Oft ist die Pfütze eine temporäre Beeinträchtigung von Verkehrswegen. Für uns soll sie aber ein freudvoller Kristallisationspunkt der Kreativität und der originellen Motive sein.

Was macht denn eine Pfütze so interessant für uns? Es handelt sich dabei ja um einen flüssigen und flüchtigen Stoff, das Wasser. Und dieses Wasser hat eine ganz besondere Eigenschaft. Es reflektiert, zeigt Spiegelbilder, mal akkurat und mal bewegt oder verzerrt.

Das Faszinosum der Spiegelung hat uns Menschen schon immer interessiert. Die virtuelle Verdoppelung der Wirklichkeit macht auf uns einen starken Eindruck. Wir wissen um die Täuschung unseres Gehirns und erfreuen uns gleichzeitig daran.

Tierisch gut drauf

Was eignet sich bei der Suche nach einem Motiv besser als der beste Freund des Menschen – der Hund. Haben wir erst eine genügend große Pfütze gefunden braucht es nur noch ein paar Utensilien, und schon wird unser Foto zu einem tierisch guten Hingucker.


Hier sorgen die Gummistiefel für das fröhliche Grinsen beim Betrachter. Auch wirkt bei diesem Foto der einheitlich grüne Hintergrund sehr gut zu dem Golden Retriever, der netterweise eine weiße Ausführung seiner Art ist. Das Grün des Waldes spiegelt sich schön in der Pfütze und auch der Regenschirm fügt sich harmonisch in die gut proportionierte Aufnahme ein. Bei solch einer Motivpositionierung sollte man darauf achten, dass der Horizont gerade ist und man frontal zum Motiv steht. Versucht solch eine Komposition gerne selbst einmal. Beispielsweise eignet sich ein Hut oder eine Mütze ganz ausgezeichnet, um ein amüsantes Bild zu schaffen.

Dieses Bild hier lässt uns das Hundewetter förmlich spüren. Der Schnappschuss wird inhaltlich gekrönt durch die Idee dem Hund den Regenponcho überzuhängen. Die verdeckten Augen des Hundes machen die unangenehme Regenstimmung umso überzeugender. Solltet ihr bei Sonnenschein solch ein Motiv ablichten wollen, dann eignet sich ein einfaches T-Shirt, welches ihr eurem Hund anzieht, für garantiert spaßige Aufnahmen. Macht dabei ruhig mehrere Aufnahmen von eurem Motiv und trefft später dann die Auswahl daraus.


Architektur, doppelt so schön

So wie Architektur schon in ihrer ursprünglichen Form beeindruckend sein kann, ist deren Wirkung als Spiegelbild dann besonders aufmerksamkeitsstark.


In diesem Foto wurde ein sehr niedriger Kamerastandpunkt gewählt. Zudem wurde eine Zentralperspektive gewählt. Dadurch verdoppeln sich die Baukörper besonders eindrucksvoll zu neuen Formen, die nun achsensymmetrisch um die Horizontale herum verdoppelt sind. Dieses in der sog. Blauen Stunde geschossene Bild spielt zudem mit dem warmen Licht der Straßenbeleuchtung und dem kühlen blauen Himmel, der sich makellos in der Pfütze spiegelt. Ebenso schön ist die Pfütze selbst, deren Ausmaße wir genau erkennen können, was uns das Bild verständlicher macht.

Gerade bei Architekturaufnahmen empfehlen wir euch die Verwendung eines Stativs, damit ihr die senkrechten und waagerechten Linien der Baukörper exakt ausrichten könnt.

Bei diesem fotografischen Vertreter der Architekturmoderne ist das gelb lackierte Stahlfachwerk der Blickfang. Besonders dramatisch wirkt diese Szene, da der Kamerastandpunkt noch tiefer als bei der vorangegangenen Aufnahme liegt. Hier war der Fotograf im Wasserbecken, das vorübergehend abgelassen war und diese Pfütze für uns übrigließ. Auch hier hilft die Bildausrichtung mittels eines Stativs für einen präzisen Bildeindruck. Die beste Belichtung sollte dabei auf das interessanteste Detail ausgelegt sein, hier das gelbe Fachwerk.


In diesem Foto ist die Pfütze, hier in Form einer architektonisch angelegten Wasserfläche, Beispiel dafür, dass eine Spiegelung nicht immer glasklar sein muss. Gerade die Kräuselung des Wassers lässt die Dachkanten des Gebäudes in interessantem Kontrast zu den präzisen und bunten Linienführungen des postmodernen Gebäudes von James Stirling in Erscheinung treten. Die diagonale Perspektive des Wasserbassins verleiht dem Foto dabei Dynamik und führt uns optisch in das Bild hinein. Bei solch einer Aufnahme solltet ihr besonders auf eine große Schärfentiefe achten. Diese erreicht ihr durch ein Schließen der Blende auf f16 oder gar f22.


Die Magie der Pfütze

Zugegeben, wir alle ahnen, wie dieses Bild gezaubert wurde. Ein toller Hingucker ist es allemal.

Und künstlerischer Aufwand ist schon notwendig, um diese geisterhafte Spiegelung zu erzeugen, von etwas, das auf dem Bild gar nicht (mehr) vorhanden ist. Zweimal musste hier von einem Stativ aus auf den Auslöser gedrückt werden. Zuerst wird der Mensch samt Spiegelung fotografiert. Als zweite Aufnahme wird die Szene ganz ohne Person fotografiert. Dies braucht man, um später in der Bildbearbeitung die zwei Motive miteinander zu kombinieren und zu retuschieren, um den hier gezeigten zauberhaft schönen Effekt zu erschaffen.


Mit Spaß ins Nass

Wir alle waren mal in dem Alter, da konnte es uns gar nicht nass und spritzig genug sein. Und diese pure Lebensfreude drücken auch die vitalen Fotos von spielenden Kindern in Wasserpfützen aus.

Bei diesem Foto wurde die Dramatik der gewagten Pfützen-Durchquerung noch zusätzlich dynamisiert, indem hautsächlich die dunkle Spiegelung des fahrradfahrenden Kindes abgelichtet wurde. Das Kind selbst bleibt im fast Verborgenen und lässt unserem Blick unabgelenkt freie Bahn auf die artistische Szene in seiner ausdrucksstarken Silhouette. Sollte eure Kamera einen sog. Burst-Modus haben, also die Möglichkeit schnell viele Fotos bei nur einer Auslösung zu machen, dann nutzt diese aus und fotografiert erstmal eine Serie durch, um den richtigen Augenblick dann später auswählen zu können.


Eine klassische Pfützenfotografie, die nun mal etwas weniger mit der Reflexion spielt, ist die des hineinspringenden Kindes. Hier liegt der optische Reiz bei der sich kronenförmig hochpeitschenden Gischt, die das Kind ringförmig um sich herum erzeugt. Eine kurze Belichtungszeit von etwa 1/250s ist hierfür zu empfehlen. Die leuchtend gelben Gummistiefel und das Blau der Hose kontrastieren ergänzend und lebendig mit dem Gras im Hintergrund:


Sehen, was andere begehen

Die Kunst der Pfütze hat auch mit der Kunst der Wahrnehmung zu tun. Denn selten genug nehmen wir wahr, was unter unseren Füßen geschieht. Hier ist es diese wunderschöne Spiegelung eines Backsteinbaus in dem ruppigen Asphalt. Besonders die Überlagerung dieser beiden Bildelemente durch die Fahrbahnmarkierung des Fahrradwegs machen diese Aufnahme zu einem vielschichtigen optischen Erlebnis, das beinahe übergangen worden wäre. Richtet dabei euren Kamerafokus auf das Element der Spiegelung. Wenn dieses das schärfste Element auf dem Bild ist, findet es auch die meiste Beachtung.


Raindrops Keep Falling on My Head

So wie dieser wunderschöne Evergreen, geschrieben von Burt Bacharach, uns bei Regen erfreuen kann, so vermögen es auch die Farben der Leuchtreklamen bei Nacht in dieser Regenpfütze. Die kleinen Wellenkreise erzählen uns von der Heftigkeit des Regens, die bunten Farben der Lichter lassen uns eine Szene von Vitalität und Großstadttreiben erahnen. So viel Story in solch einem kleinen Foto…

Und besonders gut kommt solch ein Foto natürlich dann als farbgetreue Fotoleinwand an eurer privaten Galeriewand im Wohn- oder Schlafzimmer.


Wir wünschen euch viel Spaß nach dem nächsten großen Regen bei der Entdeckung eurer Motive in den Pfützen dieser Welt!

Autor: Christian Frank, www.christianfrank.photography

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