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Spielerisch zum fotografischen Blick

5 Wege für außergewöhnliche Motive

Fragst du dich beim Anblick außergewöhnlicher Fotos auch häufiger, wie man so ein Motiv überhaupt entdecken kann? Wie gelingt es dem Fotografen aus der Menge der vielen visuellen Möglichkeiten genau diesen Ausschnitt daraus wahrzunehmen und im Bild fest zu halten? Hat er den magischen Blick? Ist es schlichtweg Begabung? Oder gibt es da etwa mir unbekannte Wege hin zum fotografischen Blick?
Die Antworten auf diese Fragen findest du in diesem Artikel. Du findest hier die Wegweiser, wie du selbst einen sog. fotografischen Blick erlangen kannst. Beschreiten solltest du den Weg mit Lust am Experimentieren, am Ausprobieren und der nötigen zeitlichen Muße.


5 Wege...

1. Es beginnt wieder mal alles bei dir selbst...

Denn entscheidend ist nicht, was sich vor der Kamera tummelt, sondern wer hinter der Kamera steht. Nämlich du. Du in deiner einzigartigen und individuellen Art die Welt wahrzunehmen, visuell zu interpretieren und in einem Bild festzuhalten.
Nicht das Motiv ist per se außergewöhnlich, sondern du. Und du nutzt das Motiv dazu, dies auszudrücken. Das klingt vielleicht sehr anspruchsvoll. Es soll aber deutlich machen, dass dein fotografisches Können von Dir anzuerkennen ist, egal auf welchem Niveau es sich aktuell befindet. Dieser wohlwollende Umgang mit Deinem Talent erlaubt dir deine Werke verbesserungsorientiert zu betrachten, und dazu zu lernen, den Blick fürs Wesentliche zu bekommen.

2. Motivation führt dich zu Motiven...

Bevor wir weitere Wege erkunden, kommt die Motivation. Denn das Finden des richtigen Motivs hängt sehr mit der jeweiligen Motivation zusammen. Was bewegt dich zu fotografieren? Fasziniert dich die Schönheit der Natur oder sind es die ungestellten Szenen, die sich auf unseren Straßen abspielen? Vielleicht sind es die Schnappschüsse innerhalb der Familie oder die romantischen Sonnenuntergänge am Strand? Spüre nach, was dich reizt, wohin dein Blick dich zieht. Und werde Expertin oder Experte für dieses Thema. Denn ein selbstgewähltes Thema wird deinen Blick magisch anziehen und du fokussierst dich darauf. Und vor allem kannst du deine Fotos, die in einem ähnlichen Sujet entstanden sind, besser miteinander vergleichen. Ein Lerneffekt für den fotografischen Blick stellt sich so nach und nach von ganz alleine ein. Du spürst die unterschiedlichen Qualitäten in den verschiedenen Aufnahmen selbst ganz einfach daran, welche Aufnahme Dir besser gefällt. Doch sei dir auch bewusst, "die ersten 10.000 Fotos sind die schlechtesten", sagt zumindest Helmut Newton.
Themen findest du im Botanischen Garten oder auf den Straßen deiner Stadt. Es kann der eigene Hund sein, die Blätter am Boden, die du bisher nicht beachtet hast. Oder die Oldtimer am Wochenende.

3. Gute Fototechnik hat nicht immer was mit guten Fotos zu tun...

Noch eins — lass die Technik Technik sein. Wenn du am fotografischen Blick interessiert bist, dann lasse im ersten Schritt die Aufnahmetechnik außen vor. Und glücklicherweise ist dies heute ganz einfach möglich. Jede Kamera besitzt ein Automatikprogramm und jedes Smartphone ist darauf getrimmt, automatisiert gute Belichtungsergebnisse zu erzielen. Der hier beschriebene Weg ist der Weg vom Blick zum Klick. Und mit jedem Klick kommst du ein Bild weiter weg vom Knipsen hin zur Fotografie.

4. Von den Meistern lernen...

Wie erlernt man nun diesen Blick zum Klick? Alle Lichtbildner haben diesen Weg beschritten und ihre Ergebnisse geben uns Auskunft über ihre Erkenntnisse. Deshalb lernst du am schnellsten durch die bewusste Betrachtung der Bilder von den alten und neuen Meistern, von den Klassikern und den visuellen Trends der Gegenwart. Erlaubt ist, was dich anspricht. Schenke dem Bild nur mehr als die erste Sekunde und erkunde was dir daran gefällt. Andreas Feininger, ein Meister der Fotografie, sagt dazu: „Das Gewusst wie ist bedeutungslos, wenn es nicht durch das Gewusst warum geleitet wird.“
Quellen für deine Bilderschau gibt es in unserer medialen Welt mehr als genug. Ob es Instagram ist oder eine professionelle Fotoplattform wie 500px, ob es eine Zeitschrift wie GEO ist oder eine Reportage im Lokalteil der Tageszeitung oder ein Fotoblog wie dieser hier — deine bewusste Beschäftigung mit Bildern wird deinen Blick schärfen und schulen.
Unser erster Blick gilt bei einem Bild immer den emotionalen Inhalten und dem ästhetischen Gefallen. Erst der zweite Blick führt uns hin zum eher analytischen Verständnis, warum es uns gefällt. Denn es gilt auch der Satz: Wir sehen, was wir wissen.

Solches Wissen erhalten wir durch die Kenntnis der Kompositionslehre und der Gestaltungsregeln. Diese Regeln sind komplex und auch der erfahrene Fotograf lernt immer Neues dazu und erweitert sein Repertoire.
Hier sind einige wichtige Grundregeln erläutert, die als Basis für verlässlich ansehnliche und ästhetische Fotografien gelten können:

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es...

Nach dem Schauen und Erkennen kommt das Tun. Nimm dir deine Kamera und genügend Zeit und gehe auf die fotografische Pirsch. Wende dabei all die erkannten und damit bekannten Regeln an und lasse deinen fotografischen Blick deine Motive entdecken und richtig ins Bild setzen. Erprobe dich an der Wirklichkeit. Begnüge dich dabei lieber mit weniger Fotos, die überlegt entstanden sind, als zu hoffen, dass in einer riesigen Anzahl von Schnappschüssen schon ein gutes Foto dabei sein wird. Das wird es - aber dein Lernerfolg ist beim bewusst gewählten Motiv wesentlich größer. Mit der Zeit wirst du erspüren, was du in einem Bild weglassen kannst, um die Aussage zu pointieren. Und du wirst merken, wann dich die Gestaltungsregeln einengen und du deinem eigenen Stil folgen willst.
Stelle dich nach getaner künstlerischer Arbeit auch deinen Kritikern, deinem Partner und den Kindern, und höre, was Ihnen gefällt. Oder eben auch nicht. Das bringt dich weiter auf deinem Weg zu deinem fotografischen Blick.

Die schönsten Werke können ja dann als Digitaldrucke, wie in einer Galerie, deine heimischen Wände zieren und dekorativ deinen Entwicklungsweg hinein in die qualitative Fotografie aufzeigen.

Viel Freude daran!

Autor: Christian Frank, www.christianfrank.photography

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