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Stilmix in der Inneneinrichtung

Tipps für perfekte Kombinationen

In der modernen Innenarchitektur gilt der Slogan „Anything goes“. Ein Mix verschiedener Möbelstile, Farben und Muster kann deinem Raum einen einzigartigen, frischen Look verleihen. Manch einer zögert jedoch, bei der Inneneinrichtung mehrere Stile zu mischen – aus Sorge, dass der minutiös geplante Raum schließlich einem ungeordneten Chaos gleichen könnte. Mit unseren erprobten Regeln und einfachen Tipps gelingt es dir jedoch ganz einfach, einladende und stylische Räume in deinem Zuhause zu schaffen.

Kontrast ist wichtig …

Bild auf dem Boden neben dem Bett

Platziere deine Motive auf den Hilfslinien, um ein harmonischeres Bild zu erhalten

Stelle dir vor, du betrittst einen Raum – und alle Möbel, Wände und Böden haben exakt denselben Farbton. Nach dem ersten Schock würdest du dir wahrscheinlich sagen, dass das Zimmer äußerst langweilig wirkt. In diesem – zugegebenermaßen unwahrscheinlichen – Szenario gibt es nichts, was dein Auge auf sich zieht. Es würde durch den Raum wandern und Ausschau nach einem interessanten Kontrapunkt halten. Denn ganz allgemein fühlen wir uns in Räumen mit kontrastierenden Elementen wohl, zu denen sich unser Blick automatisch hingezogen fühlt.

… genauso aber das Gleichgewicht

Gerade hier gibt es jedoch durchaus auch ein „Zuviel“. Ab einer gewissen Anzahl kontrastierender Elemente verliert unser Auge den Halt; der Raum wirkt überfüllt. Harmonisch gestaltete Räume weisen ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Extremen auf: Beim gekonnten Stilmix werden grundsätzlich große, auffällige Muster einfarbigen oder neutral gefärbten Zonen gegenübergestellt – und je mehr Muster, Farben und Formen du in einem Raum mischst, desto mehr neutrale Bereiche brauchst du. Weiter unten gehen wir noch näher darauf ein.

Dein eigener Stil

Dekor Kombinationen mit verschiedenen Stilen

Vergleiche verschiedene Stile und Farbkombinationen

Natürlich spielt auch dein eigener Stil eine wichtige Rolle. Sieh dir in Einrichtungsmagazinen möglichst viele Fotos von Räumen an und finde heraus, welche dir am besten gefallen – und vor allem: warum. Magst du eher das elegante Aussehen einer ultramodernen Inneneinrichtung mit viel Chrom und Weiß oder liebst du ein gemütliches Landhaus-Flair, vielleicht mit einer kleinen oder auch großen Portion Shabby Chic? Diese Fragen sind ein guter Ausgangspunkt, vor allem für den Einsteiger. Dennoch sind sie nicht alles – in Wirklichkeit lassen sich die schönsten Beispiele für gelungene Raumgestaltung selten ganz eindeutig einer bestimmten Designrichtung zuordnen. Die besten Innenarchitekten kombinieren meist Elemente zweier oder sogar mehrerer Stilrichtungen miteinander.

Das Spiel mit Mustern, Farben und Strukturen

Wenn das Wort „Stilmix“ fällt, sind Textil- und Tapetenmuster oft das Erste, was einem in den Sinn kommt. Und tatsächlich eignen sich diese sehr gut, um mit relativ geringen Kosten einen raffinierten Stilmix zu verwirklichen.

Der Schlüssel ist hierbei die Kombination verschiedener Dessins, die dennoch durch ein gemeinsames Thema verbunden werden. Am einfachsten ist es für den Anfang etwa, wenn alle Elemente an eine einzige, harmonische Farbpalette angelehnt sind.

Zimmer in pinken Farben dekoriert

Ein Raum mit einer konsequenten Farbgebung…

Eine stimmige Farbpalette

Bevor du dich überhaupt mit verschiedenen Mustern beschäftigst, stellst du deshalb am besten eine für dich attraktive und stimmige Farbkombination zusammen. Entscheide, ob wärmere oder eher kühlere Farben den Raum am besten zur Geltung bringen würden. Wähle dann zunächst eine oder zwei eher neutrale Hauptfarben und überlege, welche Akzentfarben besondere Highlights setzen könnten. Eine der einfachsten Möglichkeiten ist hierbei natürlich die Kombination eines weißen Hintergrunds mit einigen lebhafteren Farben.

Die eher neutrale(n) Hauptfarbe(n) planst du für Wände und Böden ein. Anschließend wählst du große Muster in den zuvor definierten Akzentfarben – Tupfen, Zickzackstreifen, Florales, was immer dir gefällt. Diese Muster kannst du für hervorstechende Möbelstücke, Teppich und ähnliche Objekte verwenden. Für den Rest des Raums empfehlen sich dann wieder Einrichtungsgegenstände in Schattierungen der von dir gewählten neutralen Farben. So vermeidest du ein chaotisches Nebeneinander zu vieler Farben und schaffst durch die Kombination kühner Muster mit gedämpften, neutralen Farben eine magische Atmosphäre.

Raumdekoration in warmen Farben

… beeinflusst die Stimmung je nach Akzentfarben

Klein und Groß kombinieren

Vergiss bei der Auswahl der Muster für deinen Raum nicht, dass du auch kleine und große Muster mixen kannst, so lange die Farbpalette in der gleichen Farbfamilie bleibt. Wähle ein dominierendes Muster für ein großes Wandbild oder deine Vorhänge und anschließend ein oder mehrere Muster in kleinerem Maßstab für Sofakissen und Textilien im gesamten Raum.

Wähle Fotos, die von Form und Farbe zu deinem Konzept passen. Deine Foto-Momente wirken umso stärker, wenn sie kontrastreich in Szene gesetzt werden! Auch das Thema deiner Bilder hat großen Einfluss: Ein Bild vom Strandurlaub ist z.B. perfekt für ein sommerlich maritimes Ambiente in einem hellen Raum mit blauen Akzenten.

Drei verschiedene Bilder mit gleichem Farbschema

Nutze deine Fotos für Farb- und Formkontraste

Praktische Vorgehensweise

Wie so oft im Leben, ist auch hier Zurückhaltung wesentlich. Viele Inneneinrichter verlassen sich deshalb auf die magische Zahl „Drei“ – diese erlaubt es dir, Muster stilsicher zu mixen, ohne über das Ziel hinauszuschießen. Dazu eignen sich die folgenden einfachen Schritte:

Ein Beispiel: Starke Farben und Muster richtig mixen

Zu den wunderbaren Dingen beim Stilmix gehört die große Palette an kräftigen Farben, aus denen du wählen kannst. Sofakissen in leuchtendem Weinrot, Orangerot und Aquamarin kommen etwa hervorragend zur Geltung, wenn sie auf einem großgemusterten Sofa in Schwarzweißtönen liegen.

Beachte, dass in diesem Beispiel jedes Element ein einziges hervorstechendes Designmerkmal aufweist: entweder leuchtende Farbe oder ein starkes Muster. Mit solchen Stilmitteln vermeidest du ein unharmonisches Durcheinander von Farben und Mustern.

Mit bunten Kissen dekoriertes Zimmer

Bunte Kissen haben eine unglaublich starke Wirkung

Strukturen variieren

Genauso spannend wie das Mixen von Mustern und Farben sind Variationen der verwendeten Strukturen und Texturen. Du erzeugst damit einerseits visuelle Tiefe – vor allem sind es aber die haptischen Qualitäten unterschiedlicher Strukturen, die zur Interaktion mit dem Raum herausfordern. Beachte dabei, dass gröbere Strukturen häufig schwerer und gemütlicher wirken als glatte. Wenn du also eine einladende Oase schaffen möchtest, solltest du mit groben Texturen spielen, während glatte ein eher elegantes, aber tendenziell auch kühleres Ambiente erzeugen.

Bunte Streifen als Raumdekoration

Gleiches Muster, anderes Objekt – Bunte Streifen im Raum

Unterschiedliche Möbelstile kombinieren

Alte Vintage Stühle

Alte Möbel können spannende Akzente setzen

Bei allen diesen Beispielen solltest du nur vermeiden, dass das Ergebnis zusammengewürfelt wirkt. Deshalb brauchst du einen roten Faden, der alle unterschiedlichen Elemente zusammenfügt. Dies kann – wie oben ausgeführt – eine Farbe, ein Muster, eine Struktur oder sogar eine bestimmte Form sein. Für den Einsteiger besonders einfach ist hierbei die erwähnte Nutzung neutraler Farben. Diese helfen, eine optische Klammer für den Raum zu erzeugen. Am besten gelingt dies mit neutral gefärbten Wänden oder einem großen neutralen Möbelstück. So erhältst du einen passenden Rahmen für lebhafte Farben oder stärker gemusterte Stücke.

Bild, Kissen und Vase mit Zickzack-Muster

Bild, Kissen, Vase – Zickzack-Muster als roter Faden

Fazit

Dieser Artikel hat dir die wichtigsten Richtlinien erläutert, mit denen du einen stimmigen, geschmackvollen Stilmix erzielen kannst. Vergiss bei all dem jedoch nicht: Wenn dein Raum schließlich aufs i-Tüpfelchen so aussieht, wie du es geplant hast – dann ist möglicherweise etwas falsch gelaufen. Bei der Inneneinrichtung darf und sollte der gestaltete Raum ein Eigenleben entwickeln. Deine Design-Planung soll deine Kreativität nicht behindern. Erst nachträgliche Ideen machen einen Raum wirklich spannend und lebendig!

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