Tipps für atemberaubende Winterfotos

Die Sonne lacht und der Himmel strahlt in seinem tiefsten Blau. Schnee und Eis bedecken die Erde und locken Skifahrer und Fotografen gleichermaßen hinaus in die Natur. Es ist Winter! Damit solch eine besondere Jahreszeit in seiner ganzen Schönheit und Faszination aufs Foto gebannt werden kann, braucht es mehr, als im ersten Hinsehen zu vermuten ist. Wie es fotografisch gelingt, und dabei dann noch die Technik mitspielt, zeigen wir dir hier mit zahlreichen Tipps.

Winter als Jahreszeit ist eine Zeit der Extreme. Das Licht ist heller, da es vom Schnee reflektiert wird. Die Temperaturen sind für unser Empfinden zu niedrig. Dies ist der Fall, da die Erdrotation nicht in der Ebene der Umlaufbahn um die Sonne erfolgt. Ganze 23,4° Neigung der Äquatorebene sorgen dafür, dass uns das Sonnenlicht im Winter nur noch streift und weniger warme Sonnenstrahlen uns erreichen. Auch die Tageslänge, der lichte Tag, ist aus diesem Grund kürzer.


Diese Phänomene erfordern von uns besondere Vorkehrungen, um gesund und munter atemberaubende Fotos zu machen. Unser erster Tipp für dich behandelt deshalb gleich die kalte Temperatur für Mensch und Ausrüstung.

Wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht


winter spiegelungen

Eine Foto-Tour im Winter sollte besser geplant werden, als wenn es angenehm warm ist. Wir müssen uns vor der Kälte schützen, und deshalb - pack dich warm ein. Dies ist natürlich eine Binsenweisheit. Doch etwas spezieller geht es für Fotografen im Winter schon zu. So ist es eine Frage, wie du deine Kamera bei -10°C bedienen willst. Mit nackten Händen? Oder darf ein Handschuh deine empfindlichen Finger schützen? Wenn du mit einem Smartphone fotografierst, dann beachte, dass du Handschuhe aus leitfähigem Material benutzt. Damit kannst du dein Smartphone weiterhin über das berührungsempfindliche Display steuern. Bei Verwendung einer DSLR- oder Systemkamera gibt es im Zubehörhandel Handschuhe, deren Fingerkuppen speziell beschichtet sind oder du sogar zurückklappen kannst, um gut an die Stellräder und den Auslöser deiner Kamera zu kommen.

Bei deutlich spürbarem Kältegefühl schaltet unser Körper in den Überlebensmodus. Darunter leidet auch deine Kreativität! Warme Füße und Hände sind hier wichtig. Achte auch darauf deine Kamera weiterhin gut bedienen zu können. Hierfür sind bei Smartphones leitfähige Handschuhe nötig und bei Kameras empfehlen wir dir Handschuhe mit speziell beschichteten oder zurückklappbaren Fingerkuppen.

Kälte für Kameras ist nicht cool


ast mit schnee

Kälte sorgt dafür, dass mechanische Bauteile sich zusammenziehen, Akkus an Leistung verlieren und Objektive kondensieren. Da deine Kamera meist ein kleines Wunderwerk der optoelektronischen Feinwerktechnik ist, solltest du bei Kälte dementsprechend damit umgehen.


Für die Kamera bedeutet dies, sie möglichst langsam an den Temperaturunterschied von drinnen nach draußen zu gewöhnen. Wenn Du vorhast für eine Langzeitbelichtung die Kamera länger draußen stehen zu lassen, dann empfehlen wir dir die Kamera abzudecken. Es gibt hierfür spezielle Kameraschutzhüllen mit Sichtfenster und Objektivschutz für Telelinsen.

Als Tipp gegen den totalen Fotografenfrust, nämlich einen leeren Akku im entscheidenden Moment, empfehlen wir dir ausreichend Ersatz-Akkus oder Powerpacks mitzunehmen und diese möglichst warm zu halten. Dies kannst du erreichen durch eine körpernahe Unterbringung oder durch die Verwendung eines Handwärmers. Den haben Akkus genauso gern wie deine Hände.

Für einen gelungenen Übergang für Mensch und Ausrüstung von der Wärme in die Kälte ist ein behutsamer Wechsel in das kalte Milieu ratsam. Wie du selbst auch eine Winterjacke trägst, kannst du dies auch deiner Kamera gönnen. Für längere Aufenthalte im Kalten sind Kameraschutzhüllen im Zubehörhandel erhältlich. Für den Erhalt der Leistungsfähigkeit von Akkus kann der körpernahe Transport oder ein Handwärmer helfen.

Das blaue Weiß des Winters


winter moody

Eine traumhafte Schneelandschaft braucht ein wenig deine Hilfe, um wirklich so strahlend winterweiß auf deine Speicherkarte zu gelangen. Denn im Winter haben wir es mit Schnee zu tun, und der reflektiert und irritiert. Besonders deinen Belichtungsmesser und den automatischen Weißabgleich. Der Weißabgleich dient dazu, deine Kamera auf ein bestimmtes Licht an deinem Motiv einzustellen. Referenz für die Farben des Fotos ist dann das Weiß in deinem Bild, von dem du der Kamera mitteilst ob es eher warm oder eher kalt ist. Das Weiß des Winters ist nämlich vom Farbspektrum her im blauen Bereich angesiedelt. Unser Auge korrigiert dies von sich aus. Deine Kamera tut dies nur mit deiner subjektiven Wahrnehmung. Idealerweise stellst du an deiner Kamera den automatischen Weißabgleich auf Winterlicht oder Kaltweiß ein. Sollte dies nicht möglich sein raten wir dir den Weißabgleich in der Bildbearbeitung vorzunehmen.

Für die Darstellung von weißem Schnee ist der sog. Weißabgleich nötig, da die Kameratechnik den weißen Schnee sonst mit einem Blaustich aufnimmt. Den Weißabgleich kannst du entweder schon bei der Aufnahme am Smartphone oder Kamera einstellen oder danach in der Bildbearbeitung durchführen.

Auch die Belichtung braucht deinen Eingriff für ein optimales Ergebnis. Etwa eineinhalb bis zwei Belichtungsstufen (+1.5 bis +2EV) solltest du überbelichten. Deine Belichtungsautomatik wird nämlich ein so helles und reflektierendes Motiv wie Schnee sonst zu dunkel abbilden.

Für diese beiden Tipps ist es noch dazu besser, wenn du die Bilder im RAW-Format aufnimmst und so in der Bildbearbeitung einen größeren Spielraum hast und dir alle Farbinformationen zugänglich sind. Oben siehst du ein Beispiel für eine Winterlandschaft mit starkem Blaustich, der hier allerdings in seiner verstärkten Intensität künstlerisch eingesetzt wurde.


In dem unteren Bild siehst du besonders deutlich, wie wichtig die Belichtungskorrektur bei Schneefotos ist. Hätte man den weißen Hund, den man gewöhnlich für wirklich Weiß hält, als Referenz für die Belichtung genommen, dann wäre der Schnee deutlich überbelichtet worden. Nach einer Bildbearbeitung ist das Bild nun in den Weiß- und Beigetönen nuancenreich ausdifferenziert und der Hund hebt sich deutlich vom weißen Untergrund ab:


hund im Schnee mit Bokeh

Weißer Schnee im Bild ist hell und verleitet den Belichtungsmesser dazu, das Bild dunkler aufzunehmen. Korrigiere dies manuell, indem du etwa eineinhalb bis zwei Belichtungsstufen (+1.5 bis +2EV) überbelichtest.

Warme Sonne in kalter Umgebung

Eines der beliebtesten Motive bei Fotografen ist der Sonnenuntergang. Und wer es gar nicht erwarten kann, dieses Motiv einzufangen, der ist im Winter mit dieser Vorliebe gut bedient. Die Tage sind kürzer und so lohnt sich gleich nach der Arbeit noch ein Ausflug in den Wald oder an den See für ein romantisches und eindrucksvolles Foto:


winter sonnenuntergang

Hier trifft die warme Sonnenstrahlung auf die kühle Umgebung. Es ist ein klassischer Warm-Kalt-Kontrast. Die warmen Farben ziehen den Blick an und sind dominant, die kühlen Farben sind zurückhaltend. Das Bild wirkt stimmungsmäßig ausgeglichen und angenehm. Wenn du nun noch auf die quantitativ ausgewogene Verteilung der Farben achtest, also in welchem Verhältnis die Farben einen Anteil der Bildfläche haben, dann ist das Bild perfekt. Solch ein Bild eignet sich somit gut als Vorlage für den eigenen Weihnachtsgruß an die liebe Verwandtschaft. Solche beeindruckenden Grußkarten in bester Qualität kannst du dir beispielsweise hier drucken lassen.

Offenbarungen des schmelzenden Schnees

Der Winter bedeckt unsere nordeuropäische Welt mit einem weißen Mantel aus Schnee. Vieles wird dadurch zugedeckt, ruhiger und fließender. Bei steigenden Temperaturen und dem Einsetzen der Schneeschmelze wird dann offenbar, was für einige Wochen und Monate unserem Auge verborgen war und möglicherweise unserer Erinnerung entglitten ist. So kann dieser Übergang besondere Motive bieten, die eben nur in diesem schmalen Zeitfenster zu entdecken sind.


Wichtig ist hierbei wieder die Belichtung und den Weißabgleich auf die Aufnahmesituation abzustimmen. In dem Fall des wiedererwachten Buddhas wurde der Schnee etwas überbelichtet, um den weißen Stein der Statue zur vollen Geltung zu bringen. Dies auch, weil der Schnee hier einige dunkle Partikel trägt und der Buddha das Hauptmotiv ist:


Buddha im Schnee

Details in einer ablenkungsfreier Winterwelt

Der Schnee wirkt in Fotografien häufig wie ein Freisteller. Dies bedeutet, dass der Hintergrund nicht vom Hauptmotiv ablenkt, weil er eine einheitliche und neutrale Fläche in weißer Farbe ist. Dies finden wir auch in der Highkey-Fotografie, bei der das Beiwerk im Hintergrund abgeschwächt dargestellt wird.

In der HighKey-Fotografie sorgen helle Farbtöne, ein geringer Kontrastumfang und weiches Licht für eine duftige und schmeichelhafte Atmosphäre. Bei reduzierter Präsenz des Hintergrunds, wie dem Schnee, und harmonisch passendem Vordergrund entsteht eine fließender und zarter Bildeindruck.

Solche winterliche Gegebenheiten ermöglichen dir das Augenmerk auf Details zu lenken. Beispielsweise hätte die unten gezeigte Baby-Fichte kaum eine Chance im grünen Sommerwald wahrgenommen zu werden. Freigestellt durch den weißen Hintergrund spielt sie hier aber die Hauptrolle, begleitet von ihrem großen Bruder:


Winterdetail

Wir wünschen dir bei deinen Wintertrips stets warme Finger und Füße, eine gut vorbereitete Fotoausrüstung und viele coole Ideen für deine Fotos. Die besten Bilder davon kannst du gleich als Fotodecke saisongerecht an deine Lieben verschenken!

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